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Requirements Engineering

M03 Glossar


Geschäftsprozess

Ein Geschäftsprozess beschreibt wer (Rolle/Organisationseinheit) was (Aktivität) in welcher Reihenfolge (zeitlich-logisch) tut — mit einem klaren Ziel, das aus der Unternehmensstrategie abgeleitet ist. Kann aus mehreren Teilprozessen bestehen und folgt dabei den Geschäftsregeln. Prozesse und Aktivitäten lösen Ereignisse aus und umgekehrt. Ein Prozess hat, genau wie Geschäftsobjekte, einen bestimmten Zustand.


Stakeholder

Sind Personen oder Personengruppen, deren Arbeits- und Einflussbereich vom zu erstellenden System beeinflusst wird oder mit dem System in Kontakt kommt, aber auch alle Personen, deren Arbeits- und Einflussbereich am Erstellungsprozess des Systems miteinbezogen wird.


"Relevante Stakeholder"

Sind Personen/Gruppen, deren Interessen und Einflüsse bedeutsam genug sind, um aktiv in den Requirements-Prozess einbezogen zu werden.


fachliches Problem

Das fachliche Problem steht immer am Anfang — es ist die Situation, die verbessert werden soll. Die Anforderung beschreibt dann, was ein System konkret leisten muss, um dieses Problem zu lösen.
Der Schlüsselgedanke: Das Problem ist unabhängig von jeder Lösung. Erst die Anforderungen verbinden Problem und System (implementierte Lösung) miteinander.
Beispiel:
Fachliches Problem: „Kunden wissen beim Online-Einkauf nicht, ob ein Artikel auf Lager ist."
Anforderung: „Das System zeigt dem Kunden auf der Produktseite in Echtzeit den aktuellen Lagerbestand an."


Softwareprozess

Mit „Softwareprozess" ist der gesamte Ablauf der Softwareentwicklung gemeint – also alle Phasen und Aktivitäten, die von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt durchlaufen werden (z. B. Anforderungsanalyse, Design, Implementierung, Test, Wartung).


Geschäftsobjekt

Ist ein fachliches „Ding", das im Rahmen eines Geschäftsprozesses bearbeitet wird – und dabei einen bestimmten Zustand annehmen kann.

Beispiele:

  • Ein Schaden (Zustand: „gemeldet", „in Bearbeitung", „abgeschlossen")
  • Ein Warenkorb in einem Onlineshop
  • Eine Bestellung, ein Vertrag, eine Rechnung

Kurz: alles, was ein Unternehmen fachlich verwaltet und was sich durch Prozesse verändert.


Objektmodell

Ist ein übergreifendes fachliches Modell, das die Zusammenhänge und Eigenschaften mehrerer Geschäftsobjekte dokumentiert.
Es zeigt also nicht ein einzelnes Objekt, sondern das Gesamtbild: Welche Objekte gibt es, welche Eigenschaften haben sie, und wie hängen sie zusammen?

Typisches Werkzeug dafür: das UML-Klassendiagramm.